Am 22. März 2018 besuchte die SGPF die Firma iNovitas AG in Baden-Dättwil. Die iNovitas ist ein Mobile Mapping Dienstleister und befährt Strassen- und Schienenkorridore mit ihren Fahrzeugen. Die Basis bilden photogrammetrische Aufnahmen, die dem Benutzer in einem Webclient zur Verfügung stehen. In den Befahrungsbildern kann der Benutzer interaktiv messen und die Auswertungen direkt in ein GIS einspeisen, sowie vorhandene Daten in den Webclient einblenden lassen.

 

Abbildung 1: Dr. Hannes Eugster begrüsst die Gäste

 

Nach der Begrüssung durch Stéphane Bovet und Hannes Eugster, wurde im ersten Teil die Firma iNovitas vorgestellt. Die iNovitas besteht mittlerweile aus über 20 Mitarbeitenden und hat bereits diverse Projekte im In- und Ausland durchgeführt. Als Vorzeigeprojekte, die in jüngster Zeit durchgeführt wurden, kann die iNovitas die Projekte mit den Verkehrsbetrieben Zürich, sowie der Stadt Wien vorweisen. Im nächsten Teil wurden die Teilnehmer durch den Kalibrierraum geführt und der Kalibrierungsprozess näher erläutert. Im gleichen Schritt konnten auch die Fahrzeuge begutachtet werden. Der Produktionsprozess, von der Aufnahme, über die Bildverarbeitung, Datensegmentierung, Anonymisierung und Tiefenkartengenerierung wurde genauer erläutert. Auch auf die Verbesserte Georeferenzierung, die mit Hilfe von eingemessenen Passpunkten realisiert wird, wurde eingegangen.

 

Abbildung 2: Die Teilnehmer erhalten Einblick in den Kalibrierraum, sowie in das Messfahrzeug

 

Schliesslich wurde den Besuchern noch ein Einblick in aktuelle Forschungsprojekte gegeben. Hierbei zeigte David Novák das Projekt Birdview sowie einen Einblick in die Gleisdiagnostik. Das Projekt Birdview ist eine Kooperation zwischen der Fachhochschule Nordwestschweiz und der iNovitas, unterstützt vom Forschungsfond Aargau. Das Projekt hat zum Ziel, die vorhandenen, terrestrischen Befahrungsbilder mit Luftbildern zu ergänzen. Die Luftbilder können hierbei aus verschiedenen Plattformen stammen, sei es aus Flugzeugen, Helikoptern oder Drohnen. Die Bilder aus der Luft werden orientiert und an den bestehenden, terrestrischen Datensatz registriert. Anschliessend wird für jedes Luftbild eine Tiefenkarte erstellt, damit in den Bildern, wie gewohnt, gemessen werden kann. Zusätzlich wird für dieses Projekt noch eine neue Bildnavigation implementiert, um dem Benutzer die Bedienung zu erleichtern. Das Projekt wurde auch im Rahmen der Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie und Fernerkundung (DGPF) präsentiert.

 

Neben dem Projekt Birdview, wurde auch noch ein Einblick in die Gleisdiagnostik gegeben. Die Gleisdiagnostik wird momentan durch einen Laserscanner der Firma Fraunhofer, sowie durch vier Lichtschnittsensoren der Firma LMI durchgeführt. Da der Laserscanner aussen auf den Schienenfahrzeugen montiert ist, lassen sich die Daten einfacher in ein globales Koordinatensystem registrieren, als die Daten der Lichtschnittsensoren, die am Drehgestell montiert werden. Somit wird der Laserscanner primär für die Extraktion der Sollachse, der Spurweite und Überhöhung genutzt. Die Lichtschnittsensoren, die eine bessere Auflösung und geringeres Rauschen aufweisen, werden für die Bestimmung des Schienentyps und der Gleisabnutzung verwendet.

 

Nach dem fachlichen Teil konnten sich die Teilnehmer beim gemeinsamen Mittagessen noch weiter austauschen, bevor die Veranstaltung gegen 13:00 offiziell als beendet erklärt wurde.

 

Die iNovitas möchte sich herzlich bei den Mitgliedern der SGPF für ihr Interesse und zahlreiches Erscheinen bedanken. Grosser Dank geht auch an Dr. Hannes Eugster, CTO der iNovitas, für die Durchführung der spannenden Vorträge, sowie Christian Bohnenblust, Sachbearbeiter bei der iNovitas, für die reibungslose Organisation des Caterings und der Logistik.